Mein Magen knurrt. Hungrig, wie ein Puma, überfalle ich den nächsten Radatz und bestelle mir eine Fleischlaberlsemmel mit Senf. Zwiebelsenf. Nicht den Tubenscheiß. Eine fettärschige Verkäuferin mit irgendeiner grünen Scheiße zwischen ihren Zähnen bereitet gedankenverloren die Semmel zu, packt sie ein und nimmt wortlos mein Geld entgegen, ehe sie sich irgendwo nach hinten verpisst um sich vermutlich weitere grüne Scheiße in ihr Arschgesicht zu schaufeln. Wieso zum Geier können die in diesen Dreckshütten nicht mal gutaussehende Frauen einstellen? Kopfschüttelnd schnappe ich mir meine Semmel und verpisse mich.
Der Duft bringt mich um den Verstand. Ich packe die Semmel aus, zerknülle das Papier und werfe es achtlos auf den Gehsteig. Ein prüfender Blick unter die Semmelhaube bestätigt: 1A Fleischlaberl mit Zwiebelsenf. Als ich die perfekt geschnitte Zwiebelteile im Senf erblicke, bekomme ich eine halbe Erektion. Sturzbäche an Speichel ergießen sich aus meinen Drüsen und ich drohe zu ertrinken. Ich schlucke ein Maulvoll Spucke, öffne meinen Mund um in die Semmel zu beißen und bemerke erst jetzt das angewiderte Gesicht von diesem Wichser, der drei Meter neben mir steht und auf den verfickten Bus wartet.
„Is‘ was?“
Er sieht weg. Ich sehe ihn weiter an. Er sieht wieder her.
„Was is‘?“
Er verzieht erneut angewidert das Gesicht und sieht weg. In meinem Kopf beginnt es zu donnern.
Ich mache einen erneuten Versuch von der Semmel abzubeißen, lasse den Hurensohn dabei aber keine Sekunde aus den Augen. Gerade als ich meinen Mund öffne, sieht der Wichser wieder her und schüttelt den Kopf.
„Leichenfresser.“
Ich bin mir ziemlich sicher, dass er das gesagt hat. Innerhalb einer Sekunde habe ich ihn durschaut. Widerliches Mama-Kind, welches das halbe Jahr barfuß durch die Stadt läuft, daheim Räucherstäbchen anmacht, seinem Obst vor dem Verzehr für seine Existenz dankt, nach dem Ficken weint, seiner Mutter jedes Wochenende Blumen bringt, bei Lagerfeuer-Sessions ein Lied auf der Gitarre anstimmt, sein halbes Gehalt für den WWF, die Peta, Greenpeace und die verfickten vier Pfoten ausgibt, auf dicht behaarte Muschis und Achselhöhlen steht, Seife, Shampoo und Nagelschere für eine Erfindung Luzifers hält, sich den Arsch nach dem Scheißen aber dennoch mit Evian Mineralwasser auswäscht, beim Betrachten von Blumenbeeten leise und verzückt vor sich hinsummt, dem noch nie in seinem Leben einen Kraftausdruck ausgekommen ist und der das letzte mal vor 24 Jahren Fleisch gegessen hat. Ein verfickter Vegetarier/Veganer!
Er sieht zur Seite, als ich auf ihn zuspringe. Er kreischt wie eine Volksschülerin und reisst seine widerliche Scheißfresse dabei so weit auf, als wollte er einen Medizinball verschlucken. Gleichzeitig lässt er seine Tasche fallen, aus der allerlei Büroutensilien und Papier fliegen. Meine rechte Faust, mit der Semmel, knallt in seinen offenen Mund und ich ramme ihm die Fleischlaberlsemmel bis zum Anschlag in seinen verfickten Schlund. Gurgelnd geht er zu Boden, ich setze mich lachend auf seine Brust. Nachdem ich ihm ein paar auf die Fresse gegeben habe, bemerke ich eine Heftmaschine neben seinem Kopf. Mann, heute ist mein Glückstag!
Ich schnappe mir das Ding, dresche ein paar mal auf sein Gesicht ein, bis er halbohnmächtig ist, schnappe mir seine Lippen, kneife sie in der Maschine ein und los geht der Spaß!
Tack! Er reisst seine Augen auf und quietscht.
Tack! Brocken von blutigem Faschiertem kullern aus seinen Mundwinkeln.
Tack! Er versucht sein widerliches Scheißmaul zu öffnen um schreien zu können, aber die Klammern haben sich tief in seine Lippen gegraben und reissen das Fleisch ein, als er es dennoch weiter versucht.
Tack! Ich verpasse seiner Zungenspitze eine Klammer, als der Idiot den Fehler macht und sie seitlich aus einer verbliebenen Öffnung schiebt.
Lachend werfe ich die Heftmaschine weg und bleibe auf seiner Brust sitzen, während er mit der Erstickungstod kämpft. Er würgt, hustet, rollt mit den Augen und währenddessen blubbert blutiger Schaum aus seinen Mundwinkeln, begleitet von dem Geruch gebratener Fleischlaberl. Ich ohrfeige ihn links und rechts, stehe schließlich auf und trete ihm in den Bauch, als er sich nicht mehr rührt.
Daheim angekommen gehe ich zum Kühlschrank. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich nichts nennenswert Essbares darin befindet, aber vielleicht hat sich ja eine magische Küchenfee erbarmt und ihn randvoll mit Nahrungsmitteln vollgestopft. Kalter, saurer Geruch schlägt mir entgegen, als ich die Tür hoffnungsvoll öffne und ich schließe sie rasch, ehe ich mir die Seele aus dem Leib kotze. Küchenfee my ass.
Mit knurrendem Magen lasse ich mich auf mein Bett plumpsen und schließe meine Augen. Wenn ich schon nicht essen kann, dann träume ich eben davon.
Von Schnitzeln. Und Steaks. Und Spareribs. Und Fleischlaberln. Mit Senf. Zwiebelsenf. Nicht den Tubenscheiß.