Scheiß auf die Ubahn. Tausende Arschgesichter die dich dumm ansehen und nach Scheiße stinken. Ich habe beschlossen, nur mehr autozufahren. Egal wohin. Umweltverschmutzung? Drauf geschissen! Abgase? Drauf geschissen! Ozonloch? Drauf geschissen! Mit ein wenig Glück schaffe ich es auch bei jeder Fahrt irgendeine Dreckstöle zu überfahren, die von ihren alzheimerverseuchten, schiefarschigen Besitzern nicht rechtzeitig an ihren Hundeleinen in Sicherheit gebracht werden. Es macht Blörp, die senilen Schwachköpfe gehen noch ein paar Schritte, wundern sich kurz, warum kein Widerstand mehr zu spüren ist und zerren dabei ein felliges Etwas, aus dem Blut und Eingeweide hängen, hinter sich her. Lustig!
Als ich mich meinem Auto nähere, bemerke ich einen Parksheriff, der daneben steht und irgendetwas in seinen Block kritzelt. Zehn Schritte weiter stelle ich fest, es ist eine Frau. Ein Duttelsheriff. Ich hasse diese elenden Schlampen.
Ich stelle mich neben sie und frage, was sie da macht.
Sie sieht mich nicht an und fragt mich, ob das mein Auto ist.
Ich frage sie, was wäre, wenn es so wäre.
Sie sieht mich nicht an und meint, dann wäre wohl ich derjenige, der den Erlagschein einzuzahlen hätte.
Ich frage sie, von welchem verfickten Erlagschein sie da redet.
Sie sieht mich grinsend an, steckt einen Erlagschein in eine Folie, wedelt damit vor meiner Nase herum und verkündet stolz, dass sie diesen Erlagschein meint, den ich bei der Bank einzuzahlen habe, weil mein Parkschein vor exakt vier Minuten abgelaufen ist.
Die Welt wird rot.
Als ich ihr meine Stirn mit voller Wucht gegen ihre Nase donnere, macht sie Ungk! und taumelt ein paar Schritte rückwärts, während sich ein roter Sturzbach aus ihren Nasenlöchern auf den Gehsteig vor ihr ergießt. Sie greift sich ungläubig an die Nase und ehe sie Gelegenheit bekommt loszuschreien, stimme ich „Ein bißchen Spaß muss sein“ von Roberto Blanco an, packe sie an den Schultern, drücke sie nach unten und knalle ihr mein Knie erneut in die Fresse. Es klingt wie wenn man einer alten Frau mit einer schlaffen Faust zwischen die Beine boxt. Das Geräusch ist irgendwo zwischen Futschas und Rülpser anzusiedeln. Ich singe lachend weiter.
Als sie am Boden liegt, packe ich sie an ihren Haaren und schleife sie zum Heck meines Wagens. Mit schlaffen Händen versucht sie meinen eisernen Griff zu lösen, aber keine Chance. Ich ziehe sie bis zum Auspuff, drehe ihren Kopf und wuchte ihre Fresse gegen das Metall. Zähne knacken und an mehreren Stellen platzt die Haut auf. Ein schrilles Kreischen ertönt, ich stelle fest, dass sie dieses nervige Geräusch von sich gibt, nutze die Gelegenheit, stehe auf, hole aus und trete ihre Drecksvisage mit voller Wucht gegen den Auspuff. Ich höre, wie ihr Kiefer ausgerenkt wird, als sich die rußige Öffnung mit einem schmatzenden Geräusch in ihren Rachen gräbt. Ein Schwall Blut, Kotze und Spucke plätschert aus diversen Öffnungen um ihren Mund herum und eine zeitlang klingt es so, als würde sie die kubanische Nationalhymne grunzen. Ich gehe neben ihr in die Hocke, beobachte sie kurz, wie sie meinem Auto einen bläst und schüttle lachend den Kopf.
Daheim angekommen knalle ich das Einkaufssackerl auf den Tisch und befestige danach den Erlagschein mit einem Magneten auf dem Kühlschrank.
Ich hätte der Mistkuh weh tun sollen. Also.. noch mehr weh, als ich es ohnehin getan habe. Vier Minuten. Immer noch zitternd vor Wut hole ich mir eine Rasierklinge aus dem Badezimmer und setze mich damit an den Küchentisch.
Zwanzig Minuten später ist mein Unterarm ein blutiges Chaos.
Aber in meinem Kopf herrscht Stille.
Absolute Stille.