Ich hasse euch. Ich hasse euch. Ich hasse euch.
Egal, wo ich hinsehe, überall Arschgesichter. Manche mögen etwas besser aussehen als andere, hübscher sein, gepflegter sein, fröhlicher dreinsehen, freundlicher dreinsehen – Arschgesichter sind sie dennoch!
Ich befinde mich in der U4 Richtung Heiligenstadt. Es ist schwül, ich muß kacken, meine Boxershort ist mir in die Arschritze gerutscht und weigert sich tapfer diese verschwitzte, klebrige Bucht wieder zu verlassen, mein Shirt klebt mir am Körper und im gesamten Ubahnwagen schwebt ein leichter Scheißegeruch. Irgendwo brabbelt ein Kleinkind, ich könnte schwören, dass sich die kleine Ratte absichtlich in die Hosen geschissen hat, nur um mir das Leben schwer zu machen.
Die Ubahn bleibt stehen. Landstraße. Arschgesichter steigen aus, noch mehr Arschgesichter steigen ein.
Ich habe mich neben einen Eingang gedrängt und halte dort tapfer die Stellung. Ein besoffener Bauarbeiter mit einer Spongebob Kappe steht neben mir und stinkt mir die Hucke voll. Nachdem er seinen unfassbar widerlichen Körper nicht unter Kontrolle hat, stößt er mich hin und wieder an, dreht sich in meine Richtung, grinst mich debil an, brabbelt was auf polnisch und dreht sich wieder weg. Ich will ihm sein Herz mit einem Plastik-Eislöffel von Eskimo aus seinem verfickten Brustkorb schneiden und ihm in seinen von Winterkirschen verfilzten Anus stopfen.
Die Ubahn bleibt stehen. Schwedenplatz. Arschgesichter steigen aus, noch mehr Arschgesichter steigen ein.
Normalerweise gehe ich zu Fuß. Es muss schon etwas außergewöhnliches passieren um mich dazu zu bewegen Ubahn zu fahren. Wie zum Beispiel ganz furchtbar böse kacken zu müssen. Ich wußte, die japanische Nudelsuppe zu Mittag war eine schlechte Idee. Mir hängt die Zungenhaut in Fetzen aus dem Mund, mein Magen schmerzt und in meinen Eingeweiden brodelt es wie in Gundel Gaukeleys Kessel. Ich muss echt schleunigst heim. Langsam beginne ich mich zu fragen ob es nicht vielleicht ich bin, der diesen schleichenden Scheißegeruch von sich gibt. Ich drehe meinen Kopf zur Seite und schnüffle über meine Schulter. Alles im grünen Bereich. Ich atme flach weiter und merke wie sich die ersten Schweißtropfen auf meiner Stirn bilden.
Die Ubahn bleibt stehen. Schottenring. Arschgesichter steigen aus, noch mehr Arschgesichter steigen ein.
Verkrampft halte ich mich an einem Griff fest und blicke jedem in meinem Umfeld herausfordernd und mit gerunzelter Stirn ins Gesicht. Keiner wagt es, mich anzusehen. Ihr elenden, wertlosen, nichtznutzigen Scheißkreaturen! Wenn auch nur einer von ihnen den Mumm hätte mich anzusehen, würde ich ihn zerfetzen. Eine alte Frau macht schließlich endlich den Fehler mir, nachdem mein Bauch sich wieder bemerkbar gemacht hat, einen mißmutigen Blick zuzuwerfen. Ich packe sie an ihrem grauen Haarschopf und drücke sie mit voller Wucht gegen die Scheibe der Ubahn-Tür. Ich muss sie ein paar mal mit dem Gesicht voran ins Glas stoßen, ehe es zerbirst. Ich drücke ihren Hinterkopf fest gegen die vorbeihuschende Tunnelwand, die sich knirschend Stück für Stück in ihr Gesicht fräst, bist der Zug schließlich langsamer wird und in die nächste Station einfährt.
Die Ubahn bleibt stehen. Rossauer Lände. Arschgesichter steigen aus, noch mehr Arschgesichter steigen ein.
Noch eine Station. Eine noch. Die nächste muss ich raus. Dramen spielen sich in meinem Untrekörper ab. Hunderte auf einmal. Jedesmal, wenn feurig heisser Durchfall durch eine meiner Darmschlingen flitzt, macht mein Bauch Grugrugru und Bulubulubulu. Ich halte es kaum noch aus. Die Hurenkinder in diesem Zug machen mich verrückt. Alle stinken, schwitzen, pissen und scheissen. Irgendjemand läßt einen lauten Furz. Weiß der Teufel, was daran so lustig ist, ich fange hysterisch an zu lachen. Schweiss rinnt mir in Bächen den Rücken hinunter. Ich presse meine Arschbacken so fest zusammen wie ein Hetero in seiner ersten Nacht im Schwulenknast, schließe meine Augen und beginne mein Mantra aufzusagen. Nur noch eine Station. Nur noch eine Station. Nur noch eine Station…
Die Ubahn bleibt stehen. Friedensbrücke.
Ehe eines der Arschgesichter einen Move machen kann, bin ich durch die Tür und bewege mich, so schnell es mein Unterleib zuläßt, in Richtung Rolltreppe. Ich muß dabei ein einigermaßen seltsames Bild abgeben, denn meine Knie streifen bei jedem Schritt aneinander, weil ich die Arschbacken so fest zusammenpresse und den Arsch, den hab ich sowieso rausgedrückt, als wäre ich auf Partnersuche. Langsam bewege ich mich hoch in Richtung Ausgang. Von dort ist es nur mehr ein Katzensprung zu mir nach Hause.
Als ich durch die Schwingtür trete, taucht seitlich dieser Schlipsträger auf. Die Sorte, der ich ungeschaut den Kopf abschneiden würde. Rosa Hemd, Gelfrisur, Scheißgesicht. Ich sehe ihn nicht kommen, er steht plötzlich in der Tür und da er knapp 20cm größer ist als ich, rempelt er mich zur Seite, als wär ich eine aufblasbare Fickpuppe, grunzt irgendeine lahmarschige Entschuldigung in meine Richtung und will die Stiegen zur Ubahn runterlaufen.
Ich springe ihn von hinten an und bringe ihn so zu Fall. Als ich mich auf seinen Rücken setze, bemerke ich, dass seine Aktentasche aufgegangen ist. Einige Gegenstände liegen verstreut in der Gegend herum. Ich schnappe mir einen Parker Kugelschreiber (schwarz), drehe den Wichser herum und ehe er den Mund aufmachen kann um mir wieder etwas entgegenzugrunzen, ramme ich ihm den Kugelschreiber von unten seknrecht nach oben ins Kinn. Die Spitze dringt ein und bohrt sich von unten durch sein Fleisch. Als der Wichser schreien will, sehe ich die Spitze des Stiftes aus der Mitte seiner Zunge ragen. Ich lache laut und ziehe ihn hinaus. Ein Schwall Blut färbt sein schwules rosa Hemd dunkel und ich bearbeite nacheinander seine Augen, seine Nasenlöcher und beende das Trauerspiel schließlich, in dem ich ihm den Kugelschreiber seitlich mit voller Wucht in sein Ohr ramme. Er macht Unck!, bäumt sich auf und rührt sich schließlich nicht mehr.
Ich stehe vor der Ubahnstation. Immer noch strömen Arschgesichter in Richtung Ubahn und retour. Der Rempler dürfte das berühmte letzte Tröpflein gewesen sein. Während ich spüre, wie mir die heiße Sauce die Hosenbeine herabrinnt, tripple ich langsam heimwärts und schwöre mir hoch und heilig und unter Tränen, dass ich die nächsten Schlipsträger die mir über den Weg laufen, massakrieren werde. Auf furchtbar bestialische Art und Weise. Es wird Schmerzen geben. Es wird Blut geben. Und, mein Gott, wird es Geschrei geben. Ich werde mich an ihrem Gewimmere ergötzen und ihnen lachend Holzpflöcke in ihre verfickten Herzen rammen um danach…
Ein heftiges Rumpeln in meinen Eingeweiden erschüttert meinen ganzen Körper. Fuck!
Fluchend beschleunige ich meinen schwulen Trippelschritt und sehe zu, dass ich heimkomme.
Die Schlipsträger werden wohl warten müssen.
Dann krieg ich euch eben das nächste mal.